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Das Subjekt in der Verkehrs- und Mobilitätsforschung (2008)

Subjektive Perspektiven in der Verkehrs- und Mobilitätsforschung standen im Mittelpunkt eines Workshops am 7.10.2008. Dieser bildete die Abschlussveranstaltung des DFG-Projekts "Wohnstandortwahl, Raum und Verkehr im Kontext von Lebensstil und Lebenslage". Die etwa 30 Teilnehmern und Teilnehmerinnen bildeten einen interdisziplinär zusammengesetzten Kreis aus den Disziplinen Geografie, Raum- und Verkehrsplanung, Soziologie, Psychologie, Ökonomie und Kulturwissenschaften.

Im ersten Beitrag stellte Konrad Götz (ISOE, Frankfurt/Main) die Bedeutung einzelfallorientierter, qualitativer Studien zur Mobilität in den Mittelpunkt. Georg Wilke (Wuppertal-Institut) stellte einen milieuorientierten Ansatz zur Ermittlung des Marktpotenzials von CarSharing vor. Der Beitrag von Darja Reuschke (TU Dortmund) diskutierte die Bedeutung von raumstruktureller und verkehrsinfrastruktureller Erreichbarkeit für Wohnstandortentscheidungen von Wochenpendlern ('Shuttles') an ihren beruflichen Zweitwohnsitzen. Joachim Scheiner (TU Dortmund) stellte lineare Strukturgleichungsmodelle zur Erklärung der Verkehrsmittelwahl aus Lebenslage, Lebensstil, Wohnstandortpräferenzen und Raumstruktur vor. Anhand der gleichen Methodik diskutierte Reinhard Hössinger (Universität für Bodenkultur, Wien) die Problematik der Veränderbarkeit verkehrspolitischer Einstellungen in verschiedenen Akteursgruppen. Mit diesem Beitrag bewegte sich der Schwerpunkt des Workshops von einer primär gesellschaftsanalytischen auf eine mehr verkehrspolitische Ebene. Ramon Briegel (Universität Kassel) präsentierte ein handlungstheoretisches Modell zur Simulation der Freizeitmobilität. Martin Schiefelbusch (nexus Institut, Berlin) stellte ein auf dem emotionalen Reiseerleben basierendes Bewertungssystem für Verkehrsangebote vor.

In einem abschließenden Statement fasste Christian Holz-Rau (TU Dortmund) aus seiner Sicht wichtige Schlüsselergebnisse und Herausforderungen für die Verkehrsplanung wie auch für die zukünftige raum- und mobilitätsbezogene Forschung zusammen.

Der Workshop war ausdrücklich als Diskussionsforum konzipiert, was von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen intensiv wahrgenommen wurde. Die Diskussion machte deutlich, dass subjektorientierte Perspektiven in der Verkehrs- und Mobilitätsforschung mit ihrer stark technisch-ökonomisch geprägten Tradition eher eine Randerscheinung sind. Die Beiträge verdeutlichten aber auch, dass bereits wichtige Schritte auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis subjektiver Handlungsmotive, Handlungsrationalitäten und Präferenzen sowie der sozialen Einbettung des (Mobilitäts-)Handelns unternommen wurden. Die Ergebnisse des Workshops werden in Kürze in englischer Sprache in der "Blauen Reihe Verkehr" als Buch publiziert.



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Kontakt

Prof. Dr. Joachim Scheiner
Tel.: 0231 755-4822
 

Weitere Informationen:

DFG-Projekt "Wohnstandortwahl, Raum und Verkehr im Kontext von Lebensstil und Lebenslage"